Preisberechnung

FTL oder LTL: wann sich ein ganzer Lkw lohnt und wann eine Teilladung

Yaroslav Snizhok Aktualisiert 4 Min. Lesezeit
Teilladung (LTL) im Planenauflieger: Paletten, eine Holzkiste und Säcke verschiedener Versender, freie Ladefläche an den Türen
Kurz gesagt

FTL ist der ganze Lkw für Ihre Ware: Direktfahrt, schneller und ohne Umschlag, aber Sie zahlen für den gesamten Auflieger. Bei LTL (Teilladung) zahlen Sie nur für Ihren Platz, der Lkw befördert aber Ware mehrerer Kunden, und die Zustellung dauert meist länger. Richtwert: Bis 4–5 LDM (10–12 Europaletten) ist die Teilladung fast immer günstiger, ab 5–8 LDM lohnt der Vergleich beider Varianten.

Was FTL und LTL bedeuten

FTL (Full Truck Load, Komplettladung) — Sie buchen den ganzen Lkw. Im Laderaum ist nur Ihre Ware, der Lkw fährt direkt von der Beladung zur Entladung. Sie zahlen für den gesamten Auflieger, auch wenn er nicht voll ist.

LTL (Less than Truck Load, Teilladung, Stückgut) — Ihre Ware belegt einen Teil des Laderaums, den Rest füllen Sendungen anderer Kunden. Sie zahlen nur für Ihren Platz: meist nach Lademetern (LDM) oder nach Gewicht.

Vergleich in der Tabelle

FTL — KomplettladungLTL — Teilladung
Preisfür den ganzen Lkwnur für Ihren Platz (LDM oder Gewicht)
LaufzeitDirektfahrt — die schnellste Variantemeist länger: Der Lkw holt und liefert mehrere Sendungen
Umschlagkeinerje nach Modell: Bei Abwicklung über ein Lager wird umgeladen
Schadensrisikominimalhöher bei Umschlag über Lager
Ladeterminnach Ihrem Zeitplannach dem Plan der Sammelfahrt
Geeignet fürab ~14 Europaletten, eilige und wertvolle Ware, regelmäßige Lieferungenab 1 Palette bis etwa ein Drittel des Lkw, wenn die Zeit nicht drängt

Wo die Grenze liegt

Eine allgemeingültige Schwelle gibt es nicht: Sie hängt von der Strecke, der Saison und der Auslastung der Lkw auf dem Rückweg ab. Als Orientierung gilt:

  • bis 4–5 LDM (bis 10–12 Europaletten) ist die Teilladung fast immer günstiger;
  • 5–8 LDM (14–20 Europaletten) ist die Vergleichszone: Fragen Sie Preise für beide Varianten an;
  • über 8–9 LDM (ab 20–22 Europaletten) nähert sich der Preis der Teilladung dem des ganzen Lkw, FTL ist dabei schneller und zuverlässiger.
So rechnen Sie. 10 Europaletten sind 4 LDM, etwa 29 % des Aufliegers. 24 Europaletten sind schon 9,6 LDM, etwa 70 %. Im zweiten Fall bekommen Sie für den Preisunterschied eine Direktfahrt ohne fremde Ware und ohne Umschlag.

Die Lademeter Ihrer Ladung berechnen Sie mit dem Lademeter-Rechner.

Wann Sie einen ganzen Lkw (FTL) wählen sollten

  • Die Ware belegt mehr als ein Drittel des Laderaums oder wiegt mehr als 8–10 t.
  • Der Termin zählt: Lieferung an die Produktion, eine Handelskette oder eine Baustelle.
  • Die Ware ist zerbrechlich, wertvoll oder soll nicht unnötig umgeschlagen werden.
  • Sie brauchen die Beladung an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit.
  • Sie versenden regelmäßig — dafür können Sie einen Lkw fest einplanen und den Preis fixieren.

Wann Sie eine Teilladung (LTL) wählen sollten

  • Die Sendung ist klein: von einer Palette bis zu einigen Metern Laderaum.
  • Die Laufzeit ist nicht kritisch, Sie haben 1–3 Tage Puffer.
  • Die Ware ist gut verpackt und kann neben anderer Ware stehen und umgeladen werden.
  • Sie versenden verschiedene Partien an verschiedene Empfänger.

Die Zwischenlösung: Beiladung ohne Lager

Es gibt ein Modell zwischen FTL und LTL: Ihre Ware fährt mit einer Beiladung in dieselbe Richtung im selben Lkw, ohne Lager und ohne Umschlag. So planen wir, wenn Ihre Ware einen merklichen Teil des Lkw belegt, aber nicht für einen ganzen reicht. Das ist günstiger als ein ganzer Lkw und fast genauso zuverlässig.

Beispiel: Wann der Wechsel zum ganzen Lkw ansteht

Angenommen, Sie versenden einmal pro Woche 8–10 Europaletten von Deutschland nach Spanien. Das sind 3–4 LDM, eine Teilladung ist hier sinnvoll. Dann wächst das Volumen auf 20–24 Paletten, also 8–9,6 LDM. Jetzt lohnt es sich, einen eigenen Lkw anzufragen: Der Unterschied zur Teilladung ist oft gering, und die Direktfahrt ist schneller und ohne Umschlag. Bei regelmäßigen Sendungen kann ein Lkw fest auf Ihren Zeitplan eingeplant und der Preis für einen Zeitraum fixiert werden.

So entscheiden Sie: drei Fragen

  1. Wie viele Lademeter und Kilogramm hat Ihre Ladung? Das bestimmt, in welcher Zone Sie liegen.
  2. Wie wichtig ist der Termin? Wenn eine Verspätung Geld kostet, vergleichen Sie die Preise unter Berücksichtigung dieses Risikos.
  3. Wie oft versenden Sie? Bei regelmäßigen Sendungen lohnt es sich, Zeitplan und Preis für einen Zeitraum zu vereinbaren.

Nicht sicher? Beschreiben Sie Ihre Ladung in einer Anfrage — wir kalkulieren beide Varianten und sagen Ihnen, welche auf Ihrer Strecke günstiger ist. Mehr zu unseren Leistungen: „Komplettladung (FTL)“ und „Teilladung (LTL)“.

Fragen und Antworten

Ab welcher Menge lohnt sich ein ganzer Lkw?

Als Richtwert lohnt ab 5–8 LDM (14–20 Europaletten) ein Preisvergleich. Ab 8–9 LDM ist ein ganzer Lkw unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit meist günstiger.

Wie viel länger dauert eine Teilladung?

Meist 1–3 Tage: Der Lkw holt und liefert mehrere Sendungen. Die genaue Laufzeit hängt von der Strecke ab.

Kann man eine einzelne Palette versenden?

Ja, eine Teilladung ist ab einer Palette möglich.

Ist die Ware bei einer Teilladung versichert?

Ja, die CMR-Haftung des Frachtführers gilt genauso wie bei einer Komplettladung.

Yaroslav Snizhok
AutorYaroslav SnizhokEurotrans logistic, MB

Schreibt für Versender über Tourenplanung, Lkw-Beladung und Dokumente.

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